SONNE UND MOND UND DIE ANGST IN BEZIEHUNGEN 

Lange Zeit habe ich mir aus-gedacht, dass nur Männer in und vor Beziehungen Angst haben. Oft ist es auf der männlichen Seite die Angst vor Nähe. Die Angst sich einzulassen. Daraus erwächst dann oft diese Art von Pseudo-Freiheit, die Frau so auf die Palme bringt. Ich will halt frei sein. Ich liebe meine Freiheit! Die spirituelle Version lautet dann in etwas so: Liebe sollte immer bedingungslos sein. Erst wenn wir beide frei sind, kann eine Beziehung wirklich funktionieren.

Wenn ich heute so etwas höre, dann weiss ich; die Schotten sind dicht beim Gegenüber, die Mauern hochgezogen und dahinter versteckt sitzt ein oft sehr sensibler und traumatisierter Mann, der mit allen ihm möglichen Mitteln seine Festung verteidigt. (Was nicht bedeutet, dass ich mich nicht auf ihn einlasse )

Was ich erst jetzt entdecke und immer mehr erforsche, ist, dass auch Frau oft in der Angst festsitzt. Obwohl – und vielleicht gerade dann – wenn sie sagt, ich bin bereit mich einzulassen, freizulassen, ja zu sagen zu der Beziehung – nur dieser Mann, der hat eben Angst.

Oft ist es bei der Frau die gegenteilige Angst, die Angst vor Verlust, vor dem Loslassen oder vor dem Alleinsein. Deshalb kämpft Frau auch so gerne und oft bis zur Erschöpfung um einen Mann, der nicht wirklich Ja zu ihr sagen kann. Sie hat solche Angst ihn zu verlieren (obwohl sie niemals wirklich nahe waren.) Und so stellt sie sich vor seine Festung und schreit und weint und erklärt und diskutiert. Ab und zu öffnet Mann vielleicht ein Fenster, sendet ein Rauchzeichen, ein ich mag dich so, wie ich kann. Aber ich bin halt trotzdem so, wie ich bin. Und: Ich will frei sein.

Natürlich ist dies hier sehr einfach dargestellt und in Wirklichkeit alles noch viel komplizierter und verdrehter. Hinter der Verlustangst der Frau steckt oft eine tiefere Angst vor Nähe (die sie dem Mann vorwirft und die oft so unbewusst, vor ihr selbst versteckt ist, dass sie lange gar nicht wahrgenommen werden kann) – deshalb ist es auch so einfach über lange Zeit um einen Mann zu kämpfen, der nie wirklich bereit ist, sich auf sie einzulassen. Sie hat nichts zu befürchten, keine Nähe, die ihr zu nahe wäre, auch wenn sie gleichzeitig danach schreit, jemandem nahe kommen zu wollen. Der Anteil in ihr, der Angst vor Nähe hat, weiss, dass dieser Mann ihr niemals wirklich nahe kommen wird. Also bleibt sie.

Und der scheinbar so unabhängige Mann, der spirituelle, freiheitsliebende Frauenheld, der versteckt hinter seinen Mauern und Floskeln nicht nur die Angst vor Nähe, sondern auch eine so immense Verlustangst, die ihn dazu veranlasst erst gar nicht jemandem wirklich nahe zu kommen.

Scheisse das Ganze. Anstrengend. Frustrierend. Auch immer wieder mal schön und sinnlich. Aber ja. Nicht wirklich das, was man sucht und wünscht, wenn man über das üblich oberflächliche Hin-und-Her und das gesellschaftlich konditionierte Zusammensein von Mann und Frau aus will.

Was es braucht? Keine Ahnung.
Ehrlichkeit vielleicht – oder ganz sicher. „Ich habe Angst vor diesem und jenem, ich will und kann nicht und ich bin abhängig und anhänglich, aber möchte es trotzdem versuchen – zusammen mit dir den Weg der Selbsterforschung zu gehen, tief in die unterschiedlichsten Schichten von Ängsten, Traumas, Sehnsüchten und Wünschen. Lass uns zusammen im Dreck wühlen, los!“

Und ja, manchmal geht man den Weg dann gezwungenermassen oder selbst gewählt auch alleine, mit Freund_innen und Begleiter_innen in Form von Helfern und Hexen und Schamanen und Heilerinnen und den unterschiedlichsten Therapeuten.

Wenn das alles streng und mühsam trocken tönt – ist es nicht (nur). Es ist auch aufregend lebendig, schön und schafft viel Nähe – wenn nicht zu einem Partner/einer Partnerin, dann zumindest zu dir selbst. Immer mehr. Und aus dieser Nähe und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber, erwächst ganz unerwartet wirkliche Freiheit. Die Freiheit alles zu fühlen – die Angst vor Nähe und die Angst vor Verlust. Und in diesem Fühlen merkst du, dass etwas immer nahe, immer an deiner Seite bleibt. Du selbst. Und das, was darüber hinaus geht.

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In meinen Einzelsessions in Einbezug von Tarot, Körperarbeit, Berührung, Kunsttherapie und/oder Pflanzenmedizin biete ich Raum und Zeit zum Erforschen der eigenen Grenzen und Bedürfnissen, ich biete Zeit zum Erfühlen von Ängsten, Bedürfnissen und allem, was sich zeigen will.

Daneben findet wöchentlich Yoga – mindfulness in motion – in Kleingruppen statt, in denen die Beziehung zum eigenen Körper, den Gefühlen und Bedürfnissen erforscht und vertieft wird.

www.liabianchi.com
lbianchi000@gmail.com
076 393 93 28

 

 

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