SEELENVERWANDTSCHAFT – DUALSEELEN – ZWILLINGSSEELEN

 

Unser Gehirn funktioniert so, dass unerledigte, unfertige Dinge – Arbeiten, Beziehungen usw. – nicht losgelassen werden können, also immer wieder und wieder überdacht, analysiert, interpretiert werden müssen. Deshalb funktionieren Netflix-Serien so gut. Man „muss“ sie zu Ende schauen.

Und auch deshalb können wir Beziehungen, die kein klares Ende gefunden haben, in denen noch etwas ungesagt, ungelebt, offen ist, so schlecht loslassen. Und sind dabei oft auch ziemlich erfinderisch, Erklärungen zu finden, warum wir nicht loslassen können.

In der (spirituellen) Welt gibt es unzählige Theorien von Dual- Zwillingseelen und Verwandschaften, die über die Ursprungsfamilie weit hinausgehen. Ich glaube daran, aber ich weiss nicht abschliessend wie das so ist mit den verschiedenen Seelenverwandtschaften.

Früher war ich felsenfest davon überzeugt, dass es all das gibt. Es spendete mir Trost. Der Gedanke, dass ein Mensch mir so nah und eine funktionierende Beziehung nur deshalb – noch ! – nicht Realität ist, weil wir beide noch etwas zu lernen und zu erledigen haben. Obwohl ich alleine war, betrogen, belogen, verlassen, oder einfach nur elend, konnte ich mir sagen: Aber eigentlich, eigentlich habe ich die grosse Liebe doch schon gefunden – auch wenn sie sich – noch! – mit jemand anderem das Bett teilt, oder einfach nicht mit mir sein kann.

Eigentlich konnte ich selbst nicht wirklich mit mir sein. Aber da wollte ich nicht hinsehen, nicht fühlen, die Angst, die Einsamkeit, den Schmerz, die Selbstablehnung und all den Scheiss.

Vielleicht ist es etwas vom Schwierigsten, sich zu fragen, was jetzt gerade ist und nicht, was sein könnte.

Es war lange sehr viel einfacher mich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, mich zu flüchten in Sphären einer heilen Welt, in der wir alle verbunden sind und die grosse Liebe immer da – wenn auch nicht physisch, nicht hier und jetzt.

Aber das Hier und das Jetzt ist auch ganz schön wichtig! Das Menschsein. Die Bedürfnisse, Wünsche, Ängste und Sehnsüchte, der Schmerz. Aber da wollen wir oft nicht sein. Im Jetzt, im Hier, mit uns selbst.

Es war ein ganzes Stück Arbeit und ein langer Weg – und immer noch work in progress – ein paar Seifenblasen platzen zu lassen und viele Theorien und Konzepte loszulassen, oder zumindest zuzugeben: Ich weiss es nicht. Und auch in die Handlung zu kommen und die Konsequenzen zu tragen, Beziehungen zu beenden, oder zu sagen, nicht mit mir, nicht so, nicht mehr.

Wir wissen so vieles nicht, aber wir wollen es wissen oder fest daran glauben, weil wir es uns so sehr wünschen. Und weil es uns schwerfällt uns selbst aus-zu-halten und es im Gegensatz dazu so einfach scheint, ein Gegenüber fest- und auszuhalten – auch wenn es schmerzhaft ist und uns verletzt.

Weil es vielleicht lange noch nicht so elend ist, die Augen und unser Herz weit für uns selbst aufzureissen und zu schauen, was hier und jetzt, bei mir gerade ist und sein will.

Es hat für mich mit Erwachsenwerden zu tun, mit Selbstständigkeit und Selbstermächtigung, mit Selbstannahme und einer kraftvollen Akzeptanz, loszulassen; Theorien, Konzepte und auch Menschen und sich sich selbst zuzuwenden, diesem Leben, hier und jetzt, immer wieder.

Sich um sich selbst zu kümmern, um den eigenen Scheiss. Und sich auch immer wieder zu erlauben und zu erleben, wie schnell man abdriftet, sich verliert, sich zu erlauben zu hoffen, zu interpretieren – um wieder zurück zu kehren, zurück zu sich selbst.

Immer wieder.

 
PS: Natürlich gebe ich die Hoffnung nicht auf! Ich wünsche mir einen richtigen Mann, keinen Traum-Mann, der mich nur in meinen Gedanken oder ab und an besucht, sondern einen mit Fleisch und Haaren, zuverlässig, frei, oder auch manchmal ein bisschen abhängig so wie ich, bodenständig und erdverbunden, mit Ecken und Kanten und Macken, humorvoll-treu – ob er meine Dual- oder Zwillingseele ist, ist mir einerlei 

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Text: August 2020
Bild: Ich und meine Dualseele Tom, 2014 in Mexico

 

 

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