FEINFÜHLIGKEIT – TRAUMA – ZWEIFEL

Wenn sich zu einer ausgeprägten Feinfühligkeit ein Kindheitstrauma gesellt, das darauf beruht, nicht in dieser Feinheit gesehen, beschütz, behütet und gefördert worden zu sein, dann orientiert sich das Kind und später der Erwachsene oft mehr am Gegenüber, als am eigenen Empfinden. 

Es fühlt mehr das Aussen als sein Inneres. Gleichzeitig fühlt es sich falsch und fremd und isoliert und ein Weg aus der Isolierung ist sich anzupassen an das Umfeld – was dem Kind durch seine Feinfühligkeit wunderbar gelingt, weil es die Personen fühlen und lesen und so reagieren kann, wie es sich das Gegenüber wünscht. 

Als Erwachsene/r wird es zur (Lebens-)Aufgabe sich selbst fühlen zu lernen und die Bedürfnisse der anderen nicht automatisch vor die eigenen zu stellen. Herauszufinden, welcher Impuls aus dem Inneren und welcher vom Aussen kommt. 

Und wenn der eigene Weg als Erwachsene/r vielleicht ein bisschen unkonventionell, oder sicher ganz anders als der der Eltern und Grosseltern wird, dann fehlt zusätzlich Schutz und Stütze der ganzen Ahnenlinie – eine stabile (energetische) Basis, auf dem sich Vertrauen in sich selbst und in den eigenen Weg ausbilden kann. 

Viele, die ich kenne und begleite – und auch ich selbst – haben ihren bisherigen Weg so oder ähnlich erlebt. 

Ich selbst bin eine Zweiflerin. Es gibt Tage, da zweifle ich an allem und jedem und natürlich auch an mir selbst. Ich zweifle an meinem Weg, an meinen Gaben, an meinem Wohnort, an Beruf und Berufung, an Beziehungen und Freundschaften. 

Lange und immer wieder habe ich mir gewünscht, geradlinig zu sein, entschieden, entschlossen, entscheidungsfreudig. Aber auf ein Ja folgt trotzdem meist früher als später ein Aber. Oder ein Nein, auf das wieder ein Ja folgt undsoweiter. 

Ich bin in vielen Feldern zu Hause, vernetzt und verankert und ich kenne alle möglichen Polaritäten in und um mich. 

Meine Energien sind oft zerrissen-zerstreut in alle Himmelsrichtungen und manchmal kostet es mich Zeit und Energie mich wieder zusammenzusammeln und zu spüren: das, hier und jetzt, das bin, das fühle ich. 

Das ist Fluch und Segen zugleich, weil ich mich schnell in dein Energiefeld einklinken und dich dort fühlen und sehen kann. Aber mich manchmal auch verliere in einem Gegenüber. 

Ich habe lange geglaubt, ich sei falsch damit, in einer Zeit und Gesellschaft der Schnelllebigkeit und Zielstrebigkeit, in der alles klar und eindeutig und schnell entschieden werden muss. 

Heute, wie ich hier sitze, mit meinem Tee in der Hand, leiser Musik und einer Kerze im Hintergrund, weiss ich, dass ich und alles genauso richtig ist. Ich sehe die Zusammenhänge und ich spüre die Kraft, die auch im Zweifel steckt.

Diese Kraft, die im Feinen, Unbestimmten schlummert, das abwartet und abwägt und sehr viel fühlt und wahrnimmt, die nicht nur das Eine, sondern auch das Viele kennt.

Mir wurde immer wieder gesagt, ich müsse mich besser abgrenzen und schützen und manchmal ja, stimmt das wohl und ich schliesse auch das nicht aus. 

Aber trotzdem bin ich ganz oft grenzenlos, in alle Richtungen zerstreut, mit unzähligen Möglichkeiten und auch Feldern und Sphären verbunden und in dieser Weite verliere ich mich und genau dort finde ich mich auch immer wieder, in unzähligen Schattierungen und Möglichkeiten, die das Leben ist. 

Das ist manchmal anstrengend, gewiss, für mich selbst und für meine Nächsten, aber es ist auch Gabe und Fülle zugleich. 

Ich habe gelernt auf mich selbst zu achten, mich zurückzuziehen, um mich wieder zu sammeln, nicht viele Menschen gleichzeitig zu treffen und mich auch wieder aus Feldern von Menschen zurückzuziehen und ja, mich auch abzugrenzen. 

Yoga hilft und Atmen, Malen und Meditation, die Natur und vor allem die Bäume. Und die sagen mir immer wieder: du bist wunderbar und genau richtig, so wie du bist. 

Und falls du heute an dir zweifelst und dich verloren fühlst und falsch, dann flüstere ich die Botschaft der Bäume an dich weiter: Du bist wunderbar und genau richtig, so wie du bist. 

Fühl dich umarmt, feinfühlige/r Zweifler/in und wenn du mir mit (und anderen feinen Seelen) Yoga machen und Atmen, oder dich von mir mal fühlen und sehen magst in einer Einzelsitzung, dann melde dich gerne.

Tarot-Beratungen

„Liebe Lia 💚 Wow, du hast mir so ein grosses Geschenk gemacht mit dem Tarot Reading! Deine Worte und Botschaften fangen erst richtig an sich zu entfalten und es fühlt sich so an, als hätte es mir eine Art den Boden geebnet für meinen Loslösungsprozess jetzt…. Nochmals ein riesengrosses Danke an dich 😘 Alles Liebe!“ L.L.

Tarotkarten dienen als Spiegel und Brücke zu verborgenen Ängsten, Blockaden, Sehnsüchten, die erforscht, gefühlt, gelöst und gelebt werden wollen.

In Einzelsitzungen sind sie neben einem beratendem Gespräch und manchmal auch in Einbezug von Körperarbeit, Schreib- oder Kunsttherapie ein wirksames Werkzeug um zu dem vorzudringen, was in uns verborgen liegt und entdeckt werden will.

Mit Hilfe der Karten erforschen wir gemeinsam Antworten auf Fragen oder betrachten die Frage(n) neu, wir nähern uns an, dem, was wir wollen oder nicht mehr brauchen.

Die momentane Lebenssituation und vorherrschende Energien können genauer betrachtet und erforscht, sowie neue Wege und Lösungsansätze erarbeitet werden.

Online oder offline in Zürich.

Melde dich gerne für mehr Infos bei mir: 076 393 93 28 / lbianchi000@gmail.com

DAS BLUT DER ERDE – DAS BLUT DER FRAU

Ich liege in meinem Bett und blute. Meine Mutter sagt immer, ich solle nicht so offen reden, über Sex oder über meine Menstruation. Tatsächlich spricht man und vor allem auch Frau nicht oft und nicht offen darüber. Darüber, dass Frau blutet – obwohl das (fast) jede von uns monatlich tut. 

Ich hatte lange keinen regelmässigen Zyklus. Da war zu viel Schmerz und vor allem Angst in meinem Schossraum, so habe ich das einmal klar in einer Aya-Reise gesehen-gefühlt. Seit meiner Schwangerschaft bin ich verbunden(er) mir meinem Schossraum und blute regelmässig. 

Vielen ist diese Zeit lästig. Für Mann und Frau. Lästig und schmerzhaft. Für mich ist diese Zeit im Monat auch magisch. Ich fühle mich verbundener mit dem Leben, der Natur, bekomme tiefe Einsichten in das Mysterium des Lebens, klarere Botschaften, lebendige Bilder. 

In dieser Nacht habe ich viel geträumt. Nach einer Flucht aus oder in Amerika stand ich in einem Wald, der vollkommen gerodet wurde. Der Schmerz der Erde war in meinem Körper spürbar. Vom Unterleib bis in die Beine konnte ich mich kaum bewegen. 

In der Morgenmeditation sah ich ähnliche Bilder. Verbrannte Erde. 

Ich sah aber auch dieses Bild: Frauen, die auf dieser verbrannten Erde getanzt haben, frei und wild. Und wie sie geblutet und ihr Blut der Erde geschenkt haben. Jede Frau, die verbunden ist mit ihrem Frausein, eins mit ihrem Zyklus – jede Frau, die sich selbst heilt, heilt die Welt. Das Blut der Frau ist verbunden mit dem Blut der Erde. 

In frühen Zeiten haben wir Frauen tatsächlich zusammen menstruiert. Und haben unser Blut der Erde geopfert, geschenkt, sie und uns und alles was lebt, geheilt. Nichts ist je getrennt. 

So habe ich heute alles – bis auf die Yogastunde am Abend – abgesagt. Bleibe in meinem Bett. Und gehe später in den Wald. Um zu bluten. 

Vielleicht magst du es mir gleich tun – dort wo du gerade bist, dich mit der Erde verbinden und mit dir selbst, mit deinem Schossraum, mit deinem Schmerz, der Angst und mit deiner Kraft, die dort auf dich wartet. 

Sanftes Yoga mit Lia, heute um 19.15 Uhr. Anmeldung per PN. 

HEUTE IM WALD

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber heute fühlten sich bei und in mir anstrengende, widersprüchliche Energien zu Hause. Ich war die meiste Zeit über hektisch-unruhig, gehässig-genervt und ziemlich ruhelos. 

Also bin ich auf in den Wald, mit meiner Trommel und den Karten, querfeldein, ein bisschen abseits von den vielen Menschen. Die Sonne war da und die Äste haben mich gestreift und Schicht für Schicht meinen Unmut über unser Menschsein abgelöst. 

Als ich anfing zu trommeln, war immer noch diese unruhige Energie vorherrschend. Ja, vielleicht tatsächlich über unser Menschsein. Und darüber, dass sich so vieles immer wieder (scheinbar) im Kreis dreht, oder viel zu langsam vorwärts bewegt. 

Ich kenne wilde, fordernde Energien in mir, die mich unermüdlich vorwärts treiben und die Menschen in meinem Umfeld auffordern, es mir gleich zu tun. Schnell und tief zu gehen. 

Der Wald aber war sonderlich ruhig. Ich sass lange in der Sonne, auf dem Boden, erst mit der Trommel, dann bewegungslos still. Ich habe ein Tarot-Reading für eine Freundin gemacht und war sofort wieder verbunden, mit dem Wald, der Stille, der Sonne, mit mir. 

Nichts bleibt je wie es war, alles ist immer in Bewegung, die Hektik, der Unmut, die Wut … nichts kann für immer bleiben und wenn sie kommen – ungefragt unverhofft – diese starken, wirren Energien und Gefühle, dann sollten wir uns ihnen nicht verweigern, sondern ihnen auf ihrer Durchreise GastgeberIn sein, im Wissen, dass sie bald schon ihren Weg fortsetzten werden. 

Habt einen schönen Abend ❤ 

RITUALE – eine wahre Geschichte

Ich mache oft Rituale. Zum Einschlafen, zum Loslassen, um mich zu verbinden (meistens mit mir selber).


Rituale spenden Trost, Schutz und können uns stützen in wilden, rauen Zeiten, oder in Momenten des Abschiedes, sowie des Neuanfanges. Sie können helfen, uns zu fokussieren und unsere Energie auf das zu lenken, was wir uns wünschen.


Braucht es das alles?, frage ich mich manchmal. Steine und Kerzen und Karten.


Nein, ist die Antwort. Natürlich nicht. Aber es kann eine Stütze sein, unseren unruhigen Geist beruhigen, eine Brücke und Krücke, in Zeiten des Übergangs.


Dazu eine wahre Geschichte:


Meine Schwester hat ihren Exfreund gepflegt und in den Tod begleitet. Sie hat tagelang an seinem Bett gesessen und als der Tod nicht mehr weit entfernt schien, war ihre grösste Angst, dass er gehen könnte, dann wenn sie gerade nicht dort ist.


Ich habe ihr geraten, zwei Steine zu suchen und einen Stein ihrem Freund zu geben und den anderen zu behalten. Ihm zu sagen, dass sie verbunden sind, über diese Steine und darüber hinaus und wenn er gehen wolle, wenn sie gerade nicht da sein kann, sei dieser Stein Symbol für die Verbundenheit, die über das physische Dasein hinausgeht.


Sie war skeptisch, ihr Freund sei nicht spirituell.


Am nächsten Tag rief sie mich aufgeregt an. Sie habe an seinem Bett gesessen, durch starke Medikamente sei ihr Freund halb im Delirium gewesen und habe auf ein Bild an der Wand gezeigt. Was das sei, habe er gefragt und dann: sind das Steine? Sind das Lia`s Steine?


Sie hat darauf hin zwei Steine gesucht und ihm den einen gegeben, den anderen behalten. Er ist mit dem Stein in der Hand gestorben – als meine Schwester gerade auf Arbeit war.


Sie trägt ihren Stein nun als Anhänger bei sich, der andere liegt auf seinem Grab.


Natürlich sind ihre Seelen nicht über die Steine verbunden, das wissen wir alle.
Darum geht es auch nicht. Aber unser Mind, der Verstand, der Kopf mit den vielen Fragen braucht manchmal eine Stütze, eine Krücke, Trost und Kraft.


Und dies können wir in Ritualen finden, in Gegenständen, Symbolen. So sanft und liebevoll dürfen wir mit uns sein, verständnisvoll mit unserem Menschsein, das traurig ist, wenn jemand stirbt, auch wenn der spirituelle Teil in uns vielleicht weiss, oder zumindest wissen will ;-), dass es den Tod nicht gibt.


Wenn wir unser Menschsein mit den Ängsten, der Trauer, der Wut, der nie enden wollenden Sehnsucht nach Liebe und Verbundenheit nicht länger verneinen, uns verständnisvoll für uns selbst öffnen, erst dann können wir auch zu dem gelangen, was unser Menschsein übersteigt und es gleichzeitig umschliesst.


Gerne begleite ich dich in Zeiten des Übergangs, des Abschiedes und beim Neuanfang; mit Ritualen, über den Körper, beim Malen, mit Karten und Steinen 😉 Online, via Zoom/Skype oder live in Zürich. Mit oder ohne Maske.


Alles Liebe

Lia

Foto: Abschiedsritual heute, 29.11.2020 Friedhof Witikon

PFLANZEN-LIEBE

Ich habe eine Pflanze, die mir sehr lieb ist: Planta de la vida – Pflanze des Lebens. Sie kommt aus Afrika und wird auch in Peru schon lange als Heilpflanze, zum Beispiel gegen Krebs oder Diabetes eingesetzt. Sie soll auch gegen alle möglichen Virenerkrankungen helfen und bei Corona soll sie präventiv und akut heilend wirken. Ich befinde mich natürlich gerade in einem Selbstversuch 😉

Meine Pflanze hat den Temperaturwechsel Balkon – Wohnzimmer nur schwer verkraftet und fast alle Blätter von sich geworfen. Deshalb habe ich sie ins Schlafzimmer gestellt. Dort, wo ich oft meditiere, Karten lege, still bin. In der Morgenmeditation kam plötzlich das Bild, wie sie neue Triebe schlägt. Als ich sie kurz darauf begrüsst habe (ja das mache ich oft ;-)), habe ich gesehen: neue Blätter. Ich habe mich lange mit ihr gefreut.

Ich habe Menschen gegenüber oft ein grosses Misstrauen. Nähe macht mir immer wieder mal Angst. Auf viele Tiere reagiere ich allergisch.

Mit Pflanzen habe ich bereits als Kind geredet. Bis ich gemerkt habe, das dies für einige komisch ist. Dann habe ich aufgehört.

Um in meinen eigenen vier Wänden wieder damit anzufangen.

Manchmal spüre ich, wenn es ihnen nicht gut geht, ihnen etwas fehlt. Und wenn ich ihnen nicht so Sorge trage, wie sie es bräuchten – oder wie ich mir selbst Sorge tragen sollte. Wir sind nämlich nicht getrennt. Bei den Pflanzen spüre ich diese Verbundenheit deutlich.

Bei den Menschen arbeite ich noch daran 🙂

BILD-PROZESSE

In einem Bild kann sich alles zeigen.

Lachende Gesichter, Trauer, Wut und die plappernde Stimme, die sagt, nichts von all dem ist gut.

In einem Bild wird Kontakt möglich, eine Begegnung mit dir selbst in allen Farben, Formen und Schattierungen. Gerne begleite ich dich in deinem Prozess.

Für An-Fragen und Infos melde dich gerne unter 076 393 93 28 oder lbianchi000@gmail.com

VOLLMOND-GEDANKEN

Der Mond ist voll, rund, einheitlich ganz.
Und das ist irgendwie auch seine Botschaft, in diesem Monat.
Das Einssein.

Gestern und heute habe ich im Rahmen meiner Ausbildung an einem Bild gemalt, dessen Botschaft ich bis jetzt nicht wirklich verstanden habe.

Um 19.00 Uhr habe ich mich dann hingesetzt, für eine Meditation und Energieübertragung von Verena Moksha Devi. Ich habe meine Augen geschlossen und habe „verstanden“, auf einer Ebene, die sich des Verstandes entzieht.

Ein Schmerz, der mir nicht wehtat, durchwanderte mit grosser Kraft meinen Körper, ich musste meinen Mund weit öffnen, eine gewaltige Energie verliess meinen Körper.

Ich sah meine Grossmutter und meine Mutter, meine Schwestern und mich selbst, wie wir alle immer versucht haben (und immer wieder versuchen) andere – vor allem Männer – und gleichzeitig uns selbst zu retten.

Und im selben Moment verstand ich schmerzlichst, dass niemand je gerettet werden kann (und nicht einmal gerettet werden will.)

Wir glauben ganz viel zu tun, zu entscheiden und auf der einen Ebene scheint das auch so zu sein, während wir auf einer anderen Ebene nichts dergleichen zu tun vermögen.

Jede Seele folgt ihrem eigenen Weg, ist geleitet, auch wenn sie verloren scheint.

In der Meditation habe mein Bild gesehen, an dem ich seit zwei Tagen arbeite. Es berührt mich auf einer tiefen, ursprünglichen Ebene meines Seins.

Es berührt mich im Kern, es erzählt von Zweiheit, Dualität, Verschiedenheit, Ähnlichkeit und Einssein. Von Fortpflanzung, Zell-Teilung – der Ursprung, der sich teilt und teilt, in unzähligen Formen erscheint, die immer wieder sterben, zurück kehren, zum Ursprung, zur Einheit.

Jede Sehnsucht – auch die jemanden retten zu wollen und selbst gerettet zu werden – scheint auf diesen Ursprung und konkret auf diese ursprüngliche Malerei, die heute ganz unbewusst entstanden ist, hinzuweisen.

Wir sehnen uns nach Einheit. Nach Ganzheit. Wir sind getrennt, geteilt (und diese Spaltung wird gerade aktuell im Aussen klar aufgezeigt und verstärkt) und wir vergessen, dass wir gleichzeitig immer eins sind.

Deshalb meine Berührtheit über dieses eigentümliche Bild, das heute entstanden ist. Diese zellenartige Formation, diese Teilung eines Ganzen, die Verschiedenheit und trotzdem die Einheit, die sich zeigt.

Ein Paradox in dem wir uns bewegen, die eine Sehnsucht in sich birgt, die viele Gesichter annehmen kann.

Ich kann nicht wirklich ausdrücken, was ich sagen will. Aber vielleicht fühlt ihr es.

„Selbstgemalte Bilder sind eines der passendsten Mitteln, an Informationen zu gelangen, die mit Worten nicht ausgedrückt werden können“, sagt die Maltherapeutin Bettina Egger.

Für mich sind es gemalte Bilder, aber auch über den Körper, in der Meditation, mit Pflanzen-Medizin, über Tarotkarten und am besten in einer Kombination, kann sich das zeigen, was wir ahnen, was wir spüren, aber nicht mit Worten auszudrücken vermögen.

Mein Atelier steht offen, wenn du dich annähern willst an das, was du ahnst, aber noch nicht weisst.

Herzlich willkommen!

(Es hat hier Platz für Abstand und Masken, falls erwünscht)

DIE BEFREIUNG (eines Bildes)

In der Schule werden wir gelehrt, die Dinge gut zu machen. Gute Noten zu schreiben, schöne Bilder zu malen, Regeln zu befolgen, Masken zu tragen. (Nein, ich meine nicht (nur) die Corona-Masken der neuesten Zeit) Ich meine diese merkwürdigen Gesichter und Geschichten, die wir uns aneignen, um zu über-leben, in einer doch manchmal grausam strengen Welt. Wo zum Beispiel unsere gemalten Bilder in der Schule benotet werden.


Vielleicht deshalb habe ich meinen Job als Zeichenlehrerin an den Nagel gehängt. Ich höre immer noch das Türeknallen eines Jungen, nachdem er eine schlechte Note für ein Bild bekommen hat, auf das er mächtig stolz war, das aber den Anforderungen der Maturitätsjury nicht genügte. Ich bin mir sicher, er hat nie wieder ein Bild gemalt.


In der Kunstschule wurde mir gesagt, ich könne nicht malen. Mein Glück, so habe ich mich auf Foto, Video, Performance und auf das Schreiben konzentriert und mein Malen schon damals als Therapiemöglichkeit entdeckt.


Seit ein paar Wochen arbeite ich auf dem immer gleichen Blatt Papier. Schicht um Schicht erzählt das Bild mir Geschichten – Geschichten, die ich vergessen, verdrängt oder unter meinen Masken versteckt halte. Ich rede mit dem Bild und wenn ich zuhöre, dann antwortet es.


Es sind traurige Worte, die von Verlust erzählen, flüsternd, sanft. Wütend reimt es Wort an Bild und lustig lächelnd erinnert es mich an dies und jenes. Weisst du noch?


In einem Bild kann sich alles zeigen. Unbewusstes, Verdrängtes, Helles und Dunkles – die Geschichte eines Individuums und gleichzeitig der ganzen Menschheit.


Es ist eine merkwürdige Zeit, nicht wahr? Fühlt ihr es auch? Ein bisschen so, als würde die Zeit still stehen, als würde die Welt den Atem anhalten und gespannt, besorgt und erwartungsvoll auf den nächsten Schachzug warten.


Wir wissen längst nicht mehr, wo die Reise hin geht. Oder werden schmerzlichst daran erinnert, dass wir es eigentlich noch nie wussten.


Viele kämpfen sich im Aussen müde, diskutieren und parodieren. Sind dagegen oder dafür. Ich war lange in der Punkerszene, konnte aber damals schon nie ganz dagegen sein, gegen irgendetwas da draussen.


Es führte mich stattdessen immer wieder nach innen. (Und das bedeutet nicht, dass ich meine Augen schliesse vor dem, was vor sich geht – ganz im Gegenteil) Aber auch im Innen, ganz nah bei mir, bei dir – bei und in uns selbst, findet sich auch das Aussen wieder, die gleichen Kämpfe, das Dafür und das Dagegen, das Helle und das Dunkle in allen Schattierungen.


Und es wartet darauf, von uns gesehen, gehört zu werden, es spricht mit uns, wenn wir genau hinhören, es lässt sich tanzen, bewegen, schreien, tönen, kotzen und malen.
Es wartet auf Befreiung, die darin besteht, gefühlt zu werden.


……………………………….


Gerne begleite ich dich in deiner Befreiung (deines Bildes). Dafür musst du nicht malen können, ganz in Gegenteil 😉


Im Rahmen meiner Ausbildung suche ich noch Personen, die sich über ein paar Sitzungen zum reduzierten Preis kunsttherapeutisch begleiten lassen. Melde dich für mehr Infos unter 076 393 93 28 oder lbianchi000@gmail.com.


……………………………….


Text: Oktober 2020

Bild: Oktober 2020; Stadium 1: Mein (inneres) Kind zeigt sich

TANZ DER TEUFEL_INNEN

Im Rahmen eines Seminars kam es zu einem „Tanz der Teufelinnen“.


22 Frauen, die getanzt haben; geschrien, geheult, geweint, sich gewunden, verbunden, geschüttelt und gerüttelt.


An den starren Strukturen, die wir verinnerlicht haben, haben wir gerüttelt, uns geschüttelt, verschüttete Gefühle wachgetanzt und unbewusste Muster neu geformt.


Es war wild, laut, ungestüm, kraftvoll, erotisch, traurig, freudig – rund.


Wenn Frau in ihrer Kraft ist, ist sie schön. Und ich meine nicht diese Schönheit, mit und für die auf Werbeplakaten geworben wird; verführerisch, kalt, berechnend.


Es ist eine wilde Schönheit, eine Tiefe, in der alles und alle ihren Platz haben.


Freiheit wurde spürbar, verkörpert wurde sie sichtbar in Form von 22 tanzenden, sich selbst neu gebärenden Frauen.


Das dies Angst machen kann, mir und dir und auch dem Mann, das konnte ich für einen kurzen Augenblick klar erkennen und spüren.


Wenn Mann nicht in seiner Kraft ist, muss er Frau unterdrücken, ihre Wildheit, wie auch die sanfte Intuition, ihr Wissen und ihre Kraft zu gebären und zu transformieren.
Wenn Mann nicht in seiner Kraft ist, muss er seine Kraft anders beweisen, indem er unterdrückt, dominiert, dirigiert, seine körperliche Überlegenheit aus-nutzt.


Und wenn Frau nicht in ihrer Kraft ist, lässt sie sich dominieren, unterwirft sich, nimmt sich zurück, macht sich klein oder manipuliert den Mann mit ihrer Erotik, die nichts mit freier, wilder Sexualität zu tun hat, sondern mit manipulativer Berechnung und Verführung, vielleicht manchmal um sich zu rächen und um den Mann zu dominieren, oft ohne dass dieser dies überhaupt merkt.


Was für eine Welt wäre das, wenn Mann und Frau beide in ihre Kraft, in ihre Ganzheit kämen und zusammen den Tanz der Teufel_Innen tanzen würden, dachte ich mir heute.


Keiner müsste den anderen dominieren, manipulieren, unterdrücken, sondern jede/r würde den anderen in seiner Ganzwerdung und persönlichen Befreiung unterstützen und begleiten, im Wissen, dass das Gegenüber keine Bedrohung sondern Bereicherung und Ergänzung ist.


So eine Welt wünsche ich mir!